Max Mandl

 

Geboren am 28. Februar 1864 in Hermannstadt

Verstorben am 19. Februar 1939 in München 

 

Herkunft

Max Mandl wurde am 2. Februar 1884 in Hermannstadt/Siebenbürgen, damals Ungarn, heute Rumänien, geboren. Seine Eltern waren Franz und Rosa Mandl, geborene Friedmann.

In den Akten des Stadtarchivs München wird als Heimatgemeinde von Max Mandl Budapest angegeben, seine Eltern sind dort verstorben. Über seine Kindheit sowie über Geschwister ist bisher nichts bekannt.

Max Mandl hatte die ungarische Staatsangehörigkeit. Er war Lithograf, Kunstmaler und Zeichner.


Umzug von Budapest nach München und künstlerische Tätigkeit

Am 18. September 1884 zog Max Mandl im Alter von 20 Jahren nach München. Als Personenstand wurde ledig angegeben.

Er arbeitete als Illustrator und Zeichner für den renommierten Münchner Verlag Braun & Schneider, der für seine aufwendig gestalteten Druckwerke bekannt war. Dazu kam seine Tätigkeit für die humoristisch-satirische Zeitschrift „Die Fliegenden Blätter“, eine der bekanntesten Publikationen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum. Außerdem war er Mitarbeiter für die Meggendorfer-Blätter. Sein künstlerisches Spektrum reichte von Illustrationen und Karikaturen bis hin zu Reklamegrafik und freien Arbeiten im Bereich Malerei.

Max Mandls Werk steht exemplarisch für die künstlerische Verbindung von Bildkunst und angewandter Grafik in der Übergangszeit vom Historismus zur frühen Moderne. Auch heute noch sind immer wieder mal auf Auktionen Werke von Max Mandl zu finden.

Im Zauberbann der Puppenfee, Foto: Stadtarchiv München, DE-1992-C1889094 

Die Schuhplattler unter den Fenstern des Prinzregenten, Foto: Stadtarchiv München, DE-1992-C1891085

1886 schuf er die Zeichnung für die frühest bekannte Oktoberfest-Postkarte. Sie erschien im Verlag Ottmar Zieher, München. Mit dem Aufdruck "Wie es beim Münchener Oktoberfeste zugeht" kam sie vielen Kunden entgegen, die im Schreiben nicht geübt oder in der Bierseligkeit nicht mehr fähig dazu waren. Sie brauchten nur auf die Rückseite der Postkarte die Adresse zu schreiben, um ihren Lieben auf einfachste Weise einen Gruß vom Oktoberfest zu senden.


Emailschild mit Werbung für Weine von Franz Kathreiners Nachfolger GmbH München, Foto Public domain, via Wikimedia Commons

Hippodrom, Foto: Stadtarchiv München, DE-1992-PL-17999

Max Mandl machte 1892 einen Entwurf für das Deckelbild des Winnetou Bandes „Durch das Land der Skipetaren“. Karl May schrieb in einem Brief vom 19. Januar 1893 an seinen Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld: „Ja, diese Skizze können wir unmöglich nehmen. Dieser Max Mandl muß eine Stunde vorher drei Fässer voll Kefir gesoffen haben! Ich werde ihm augenblicklich schreiben und sagen, was wir wollen!“ Es ist nicht bekannt, auf welche Skizze genau sich Karl May bezog, ebenfalls ist keine Korrespondenz seinerseits mit Max Mandl überliefert.

Max Mandl verdiente sein Geld auch mit der Gestaltung von Plakaten, z. B. entwarf er ein Plakat für den Weinvertrieb Franz Kathreiner Nachfolger und für das Gasthaus Krokodil in Karlsruhe. Im Ersten Weltkrieg entwarf er 1918 u. a. das Plakat für die Deutsche Luftkriegsbeute-Ausstellung.

Max Mandl lebte von 1910 bis zum 6. Mai 1933 in der Kaulbachstraße 6.


Umzug in ein jüdisches Altenheim

Im Alter von 69 Jahren zog Max Mandl am 6. Mai 1933 in die „Lipschütz’sche Versorgungsanstalt für alte erwerbsunfähige Israeliten“ in der Mathildenstraße 8. Dieses Altenheim ist seit Ende des 19. Jahrhunderts nachweisbar. Es geht vermutlich auf eine Stiftung wohlhabender jüdischer Bürger zurück, genaueres ist nicht bekannt.

Im Jahr 1937 wurde die Einrichtung um ein zusätzliches Stockwerk erweitert. Zu dieser Zeit belief sich der Pensionspreis auf 90 Reichsmark pro Monat.

Am 10. November 1938 wurde das Altenheim zwangsgeräumt. Während des Pogroms waren jüdische Altersheime oder Kuranstalten bevorzugte Ziele der Nationalsozialisten. Die brutale Vertreibung und Aussetzung der alten und oft hilflosen Menschen stellte ein besonderes Ausmaß der Unmenschlichkeit dar. Die Bewohner*innen suchten Zuflucht bei Familienangehörigen oder Bekannten. Max Mandl wurde in der Leopoldstraße 26 aufgenommen.

Nach zähen Verhandlungen gelang es der Kultusgemeinde, das Altenheim Anfang Dezember 1938 wieder zu eröffnen. Allerdings mussten sich die Bewohner*innen, die vorher jeweils ein Zimmer bewohnt hatten, jetzt zu zweit oder zu dritt ein Zimmer teilen. Auch Max Mandl konnte in das Altenheim Mathildenstraße 8 zurückkehren. Am 19. Februar 1939 verstarb er dort im Alter von 75 Jahren an Arterienverkalkung und Herzschwäche, so ist es auf seiner Sterbeurkunde notiert.

Er wurde auf dem Neuen Israelitischen Friedhof in München begraben, Sektion 18 Reihe 15 Platz 23.


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